Coaching und Karriereberatung:
Zwei Ansätze, ein
gemeinsames Ziel
(Teil 1)
Einleitung: Zwei Wege führen in Ihre Zukunft
Für diese neue Kolumne „De Donato & Gatti COACHING“,
die auf eine Idee meiner Freundin, Autorin und Coach Valeria Gatti zurückgeht,
starten wir heute mit diesem Einführungsartikel, um genau zu erklären, was
Coaching ist und was es umfasst.
Wir laden alle unsere Leser ein, uns auf diesem neuen Weg
über diesen Blog und unsere verschiedenen Social-Media-Profile, darunter
LinkedIn und Facebook, zu begleiten.
Bei Fragen zu diesen Themen oder wenn Sie weitere
Informationen zu bestimmten Aspekten wünschen, kontaktieren Sie uns bitte.
Valeria und ich helfen Ihnen gerne weiter.
Viel Spaß beim Lesen!
MTDD: Valeria, möchtest Du zunächst erklären, warum es
heute wichtig ist, über „Coaches“ und „Karriereberater“ zu sprechen?
VG:
Sehr gerne, Maria Teresa. So komplex die Realität auch sein mag, der Grund ist
ganz einfach. In der komplexen Arbeitswelt von heute, in der lineare Karrieren
der Vergangenheit angehören und berufliche Übergänge immer häufiger vorkommen,
erweisen sich zwei Berufsgruppen als wertvolle Verbündete: der Coach und
der Karriereberater.
Die Frage ist immer dieselbe: Welchen Weg soll man
wählen? Die Antwort mag überraschen: Es geht nicht darum, sich für das eine
oder das andere zu entscheiden, sondern darum, zu verstehen, wie diese beiden
Ansätze auf natürliche Weise zusammenfließen, wenn das Wohlbefinden und die
Werte des Einzelnen im Mittelpunkt stehen. Das Ergebnis dieser Begegnung? Die
Grenzen verschwimmen, bis sie fast unsichtbar werden.
Dieser Artikel möchte daher erläutern, wie Integration umfassende
Unterstützung für die erfolgreiche Bewältigung beruflicher Veränderungen, das
Treffen fundierter Entscheidungen und die Gestaltung eines Lebens- und
Karrierewegs bietet, der den eigenen Zielen und Wünschen entspricht.
MTDD: Ausgezeichnet.
Erklären wir also, was Coaching ist, vielleicht beginnend mit seinen Ursprüngen
im Sport und hin zur Persönlichkeitsentwicklung.
VG: Was die historischen Wurzeln des Coachings betrifft, lässt sich sagen, dass der Begriff „Coaching“ weit zurückreicht. Er scheint sich tatsächlich vom französischen Wort „coche“ – Kutsche – abzuleiten, dem berühmten Transportmittel, das die Reichen auf ihren Reisen begleitete und das wir oft in historischen Filmen sehen.
Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff von englischen
Universitätsstudenten übernommen, um die Tutoren zu bezeichnen, die sie in
ihrem Studium betreuten und ihnen halfen, die besten Ergebnisse zu erzielen.
Die ersten Coaching-Aktivitäten begannen in den 1970er
Jahren dank der revolutionären Erkenntnis des Tennistrainers Timothy Gallwey.
In seinem Buch „The Inner Game of Tennis“ führte Gallwey das Konzept des „inneren
Spiels“ ein.
MTDD: Können wir dieses Konzept näher erläutern, um es
verständlicher zu machen?
VG:
Sehr gern. In diesem Buch argumentiert Gallwey, dass Erfolg vom technischen
Können und von der Fähigkeit abhängt, die eigenen Emotionen zu kontrollieren.
Gallwey postulierte die Existenz zweier „Selbst“: Selbst 1, der kritische und
urteilende Teil, und Selbst 2, der instinktive und fähige Teil. Wenn der
urteilende Teil das instinktive Selbst dominiert, ist es äußerst schwierig, ein
Ziel zu erreichen. Und logischerweise gilt auch das Gegenteil.
Die Theorie wurde von Sir John Whitmore entwickelt, einem
ehemaligen Rennfahrer und späteren Unternehmensberater, der Coaching in den
1990er-Jahren in die Unternehmenswelt einführte. Er gilt als Begründer des
bekannten GROW-Modells (Ziel, Realität, Optionen, Wille), eines der
heute am weitesten verbreiteten Coaching-Modelle: Ziele setzen, sie realistisch
gestalten, die Leistung verbessern und natürlich mit einem neuen Ziel von vorne
beginnen.
MTDD: Es
ist sehr interessant zu sehen, wie die ersten Coaching-Aktivitäten im
Sportbereich ihren Anfang nahmen, obwohl die Psychologie diese Disziplin
sicherlich maßgeblich beeinflusst hat, findest Du nicht?
VG:
Absolut. Einen grundlegenden Beitrag leisteten auch die humanistische
Psychologie von Carl Rogers und die positive Psychologie von Martin Seligman,
die den Fokus von Problemen auf Potenziale, von Pathologien auf Ressourcen
verlagerten. 1995, mit der Gründung der International Coach Federation (ICF),
wurde Coaching durch die Veröffentlichung der „Kernkompetenzen“ standardisiert
und etablierte sich als weltweit anerkannter Beruf. (https://coachingfederation.org/credentialing/coaching-competencies/icf-core-competencies/)
MTDD:
Valeria, obwohl Begriffe wie „Coach“ und „Coaching“ mittlerweile zum
allgemeinen Sprachgebrauch gehören, habe ich persönlich festgestellt, dass
vielen Menschen die Rolle und die Fähigkeiten eines Coaches und folglich auch
dessen Arbeit nicht ganz klar sind.
Wollen wir die Rolle des Coaches und die grundlegenden
Prinzipien seiner Arbeit genauer betrachten?
VG: Das
klingt nach einer ausgezeichneten Idee. Coaching ist eine Methode der
Persönlichkeitsentwicklung, bei der ein professioneller Coach einen
Klienten (den Coachee) dabei unterstützt, durch einen kreativen,
reflektierenden und individuellen Prozess konkrete Ziele zu erreichen.
Einige der wichtigsten Coaching-Prinzipien sind:
Personenzentrierung: Der Coach bietet keine vorgefertigten Lösungen an,
sondern fördert durch aktives Zuhören, Dialog und den Einsatz geeigneter
Techniken die Aktivierung der inneren Ressourcen des Klienten, um ihm zu
helfen, eigene Antworten zu finden. Dabei treten persönliche Werte hervor, die
die Grundlage für die nächsten Schritte bilden.
Zukunftsorientierung: Coaching richtet den Blick in die Zukunft, auf das, was
man erreichen möchte. Es befasst sich nicht mit der Vergangenheit und etwaigen
problematischen Situationen, sondern fördert die Planung von Maßnahmen für die
Gegenwart.
Handlungsorientierung: Coaching fördert Eigenverantwortung, die Grundlage jedes
zu erreichenden Ziels, sowie Handlungsfähigkeit, also die Fähigkeit, konkrete
Maßnahmen zu ergreifen, um Ergebnisse zu erzielen.
Nicht-Direktivität: Der Coach ist nicht verpflichtet, spezifische Fachinhalte zur Branche oder zum Beruf des Klienten zu vermitteln, sondern begleitet den Prozess, durch den der Klient Bewusstsein, Verantwortung und Selbstbestimmung entwickelt.
MTDD:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Coach, metaphorisch gesprochen,
jemand ist, der dem Klienten/Coachee einen Schlüssel zum Zugang anbietet. Es
liegt dann am Einzelnen, diesen Schlüssel zu benutzen, um die Tür zu öffnen und
einzutreten.
VG:
Genau.
MTDD:
Valeria, lass uns nun erklären, was Berufsberatung ist – von der Schulwahl bis
zum Karrieremanagement – und woher sie kommt.
VG: Die
Etymologie des Begriffs „Berufsberatung“ führt uns zum Lateinischen „oriens“,
„oriri“. Die Bedeutung bezieht sich auf den Osten, auf den Aufgang. Eine
treffende Metapher: Der Aufstieg eines Menschen bedeutet einen Neuanfang, aber
auch seine Mitte. Jenen Platz in der Welt, den jeder von uns sucht. Die
Berufsberatung als strukturierte Disziplin entstand zu Beginn des 20.
Jahrhunderts, zeitgleich mit der zweiten industriellen Revolution. 1908
gründete Frank Parsons in Boston das Vocational Bureau, die erste
Beratungsstelle, die auf dem Abgleich zwischen Selbsterkenntnis und verfügbaren
Stellen beruhte. Parsons war überzeugt, dass es bei der Berufswahl wichtig sei,
die Übereinstimmung zwischen persönlichen Eigenschaften und Stellenmerkmalen zu
bewerten. Dieser Ansatz, so begrenzt er auch war, legte den Grundstein für die
Entwicklung von Beurteilungsinstrumenten und Eignungstests.
MTDD: Mit
seiner Intuition bezüglich des sogenannten „Talent-Matching-Ansatzes“ ging Frank
Parsons, der auch Bauingenieur war, vor allem als Sozialreformer in die
Geschichte ein. Seine Theorien werden noch heute an der Yale University,
zweifellos einer der renommiertesten amerikanischen Universitäten, gelehrt.
Sein bedeutendes Werk wird erneut durch die Psychologie
ergänzt.
Wollen wir darüber sprechen?
VG:
Neben Frank Parsons sollten wir unbedingt Carl Rogers erwähnen, einen
amerikanischen Psychologen, der ein weiteres wichtiges Thema in den
Beratungsprozess einführte: Er argumentierte, dass jeder Mensch die Fähigkeit
zur Selbstverwirklichung besitzt und dass der Berater ein Begleiter, eine Art
Helfer, ist, der niemals urteilt. Seine Theorien entwickelten das Konzept der
Beratung weiter, und er führte als Erster das Thema Empathie in Beziehungen
ein.
MTDD: Valeria, möchtest Du Dich nun auf die Rolle des
Beratungslehrers konzentrieren und erklären, was genau er tut, welche Aufgaben
er hat und welche Methoden er in seiner Arbeit anwendet?
VG:
Berufsberatung bezeichnet die Unterstützung und Begleitung von Menschen bei
beruflichen Entscheidungen, sei es beim Übergang von der Schule in den Beruf
oder bei einem Jobwechsel.
Heute wird Berufsberatung als lebenslanger Lernprozess
verstanden: Sie zielt auf die Entwicklung von Autonomie ab, einer grundlegenden
Kompetenz, um sich in einer komplexen Gesellschaft mit unzureichendem Schutz
und fehlenden Garantien zurechtzufinden.
ASNOR erklärt: „Berufsberatung umfasst eine Reihe
verschiedener Aktivitäten mit einem einzigen Ziel: Menschen jeden Alters in
Übergangsphasen zu unterstützen, insbesondere bei wichtigen Entscheidungen in
Bezug auf Bildung, Ausbildung und Berufswahl.“ Darüber hinaus: „Es handelt sich
um einen komplexen Prozess, der alle Lebensbereiche betrifft: Schule,
Ausbildung, Universität, Beruf sowie psychisches und physisches Wohlbefinden.“
(https://asnor.it/it-schede-4-professione_orientatore)
MTDD:
Betrachten wir nun die Rollen und Methoden, die Berufsberater in ihrer Arbeit einsetzen.
VG: Zu
den Hauptaufgaben eines Berufsberaters gehören:
Fachinformationen: Der Berufsberater verfügt über fundierte Kenntnisse des
Arbeitsmarktes, von Weiterbildungsprogrammen, Zertifizierungen, Berufsprofilen,
Techniken der Jobsuche, Arbeitsgesetzen sowie Strategien zur persönlichen
Markenbildung.
Kompetenzanalyse: Mithilfe von Instrumenten wie Kompetenzanalysen und
individuellen Beratungsgesprächen unterstützt der Berufsberater Einzelpersonen
dabei, ihre Fähigkeiten zu erkennen, ihre Erfahrungen in Potenziale umzuwandeln
und ihre Werte mit der Gegenwart und Zukunft in Einklang zu bringen.
Unterstützung bei der Entscheidungsfindung: Durch aktives Zuhören, Dialog und den Einsatz geeigneter
Techniken begleitet der Berufsberater den Entscheidungsprozess und hilft
Einzelpersonen, verschiedene Optionen anhand ihrer persönlichen Eigenschaften,
Werte und ihres aktuellen oder angestrebten Lebensumfelds zu bewerten.
Karriereplanung: Die Berufsberatung ermöglicht es Einzelpersonen, ihre
persönlichen Kompetenzen einzuschätzen und sich ein Repertoire an Strategien
anzueignen, um Stellenanzeigen und Bewerbungen besser zu verstehen oder neue
berufliche Projekte umzusetzen.
MTDD:
Valeria, heute haben wir uns diese beiden Rollen – Coach und Berufsberater –
allgemein angesehen und erklärt, wie sie entstanden sind und welche Aufgaben
sie umfassen.
Im nächsten Artikel werden wir weitere Aspekte
beleuchten, darunter die potenziellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen
Coaching und Karriereberatung, die Ziele dieser Disziplinen und wie beide –
insbesondere in Kombination – von Nutzen sein können.
VG: Ja, da stimme ich Dir zu, Maria Teresa. Das Thema ist umfangreich und komplex und verdient daher Aufmerksamkeit und eine tiefgehende Analyse, die unseren Lesern weiterhelfen. Wir laden Sie daher erneut herzlich ein, uns zu folgen. Bis zum nächsten Mal!
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